Im Auge des Sturms

Liebe Schweinehundefreunde,

ein frohes neues Jahr! Gute Vorsätze und so? Jaja. Blabla …

Wenn Sie meine Arbeit verfolgen, dürfte Ihnen klar sein, wie ich zum Jahreswechsel samt seiner motivatorischen Ambitionen stehe: kritisch distanziert. Denn ich weiß (Sie natürlich auch): Die meisten „Vorsätze“ sind nichts als heiße Luft. Wünschchen. Träumchen. Leere Worte. Gut gemeint, aber letzlich Alibis, um sich weniger schlecht zu fühlen. Denn: Mindestens einmal im Jahr über größere Zusammenhänge nachzudenken, ist besser als gar nicht. Und weil Vorsätzchen ohnehin von den meisten gebrochen werden, geht das kurz nach der hysterischen Welle allgemeiner Absichtserklärungen wenigstens ohne schlechtes Gewissen.

Seien wir ehrlich: Wer sein Leben wirklich steuern will, braucht keine Silvesterschwüre, um das zu tun. Er muss einfach nur jeden einzelnen Tag – ja, jeden einzelnen Tag – tun, was zu tun ist, um seinen Wünschen und Träumen näherzukommen.

Nur bedeutet das zweierlei:

– Zum einen sind es Taten, die zählen. Wünsche, Pläne, Träume sind nur Gedanken. Um sie wahr werden zu lassen, müssen wir sie durch Handlungen ins echte Leben, in die Realität übersetzen.

– Zum anderen ist es demnach viel wichtiger, darüber zu sprechen, was im Laufe eines Jahres entsteht/entstehen soll/entstanden ist, anstatt sich „zwischen den Jahren“ einzureden, man bekäme schon alles irgendwie in den Griff.

Daher betrachte ich die Tage des Jahreswechsel weniger als Möglichkeit zum Neuanfang, sondern vielmehr als Auge des Sturms: Vorher viel Wind, hinterher auch wieder. Zwischen den Jahren aber: endlich mal Ruhe!

Also können und sollten wir reflektieren: Wo wollen wir hin? Wo waren wir unterwegs? Stimmt unsere Richtung? Und um dann aktiv zu steuern, haben wir anschließend wieder ein Jahr Zeit, bis wieder alles stillsteht. Ein Jahr, um zu handeln, um unsere Geschichte zu schreiben. Und sorry: Ein ganzes Jahr Leben hat so viel mehr Bedeutung als ein Sektlaunen-Ritual …

Mein letztes Jahr war mal wieder ziemlich bewegt. Ein paar berufliche Eckdaten:

– Etwa jeden dritten Tag des Jahres habe ich irgendwo Vorträge und Seminare gehalten. Darunter auch einige im Ausland auf Englisch. Stichwort: Komfortzone verlassen …

– GEDANKENtanken hat ganze sechs Rednernächte und Kongresse veranstaltet mit Teilnehmerzahlen je zwischen 100 und 800 Personen. Da sind wir sowas von stolz drauf!

– Unsere GEDANKENtanken-Akademie wächst prächtig, die Teilnehmer unserer Führungs-Seminare sind happy.

– Unsere ersten Trainingspartner sind erfolgreich (und verdienen gutes Geld). Weitere werden hinzukommen.

– Die Buchreihe um „Günter, der innere Schweinehund“ hat international die 1. Million Auflage geknackt. Das Günter-Buch zum Jubiläum ist ein Knaller.

– Der GEDANKENtanken-Studiengang zum Management-Trainer ist erfolgreich gestartet. Wir planen weitere Lehrgänge und starten hierzu eine Kooperation mit einer renommierten Hochschule. Bald mehr Infos.

– Wir haben in Köln eine neue GEDANKENtanken-Location aufgebaut, deren offizielle Eröffnung demnächst ansteht: Eine Mischung aus gemütlicher Lounge mit Lesesesseln, Buchladen, Café, Shop, Kleinkunstbühne, Seminarraum und Co-Working-Office. Erste Vortragsabende und Seminare haben wir darin schon veranstaltet – es war top! Bald auch hierzu mehr Infos.

– Und weil sich das alles nicht von selbst erledigt, ist unser Team gewachsen: 2015 um ganze sieben (!) neue angestellte Mitarbeiter. Muss ich darauf hinweisen, dass wir auch ein wirklich ordentliches Umsatzwachstum hingelegt haben?

Ach, ich könnte noch eine Weile weitere schöne Dinge aufzählen, will Sie aber nicht langweilen. Und um Sie zu beruhigen: Genau so sind natürlich auch etliche Dinge schief gelaufen im letzten Jahr, wie etwa Planungsfehler, Organisationskuddelmuddel, menschliche Dissonanzen oder lästige Unproduktivitäten. Sogar eine Kündigung war dabei. Egal, gehört dazu. Viel normales Leben, einige eindeutige Wachstumsschmerzen.

Worauf ich hinaus will, ist das große Ganze: Die Richtung stimmt. Wir sind unterwegs, wohin wir wollen. Dabei handeln wir, machen Erfahrungen, lernen und verbessern uns. Jeden Tag oft nur ein bißchen, aber dafür beständig. Denn alles ist ein Prozess. Nichts ist wirklich fertig – und soll es auch nie sein.

Aber in den Tagen zwischen den Jahren, im Auge des Sturms, verschnaufen wir, schauen zurück – und haben ein stolzes Grinsen im Gesicht. Dann geht der Blick wieder nach vorne. Mit neuer Kraft wissen wir: Wir werden unser Leben, wo immer es möglich ist, wieder aktiv selbst erschaffen. Denn wir sind so. Wir machen das.

Gute Vorsätze brauchen wir dazu keine. Nur die Gewohnheit, beständig den Arsch hochzukriegen und in Bewegung zu bleiben, weil es dazu keine Alternative gibt.

Alle anderen dürfen sich gerne weiterhin einmal im Jahr einreden, dass „ab heute alles besser“ wird. Sie scheinen es zu brauchen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben von Herzen ein fantastisches 2015!

Ihr

Stefan Frädrich

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